Predigt im Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis - Vikar Oliver Kallauch

zum Anhören und zum Nachlesen

 

Gottesdienst am 3. Sonntag nach Ostern (Jubilate)

Christuskirche Weidenau, den 3. Mai 2020

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Johannes Müller am Klavier, Jonathan Antensteiner am Saxophon, KMD i.R. Ulrich Stötzel und Dr. Mathias Scheer an der Ladegastorgel der Haardter Kirche Weidenau
Deko: Beate Greis
Videotechnik und Bildmaterial Christuskirche: Johann Winkemann
Schriftlesung: Pfn. Karin Antensteiner
Predigt zu Johannes 15,1-8 und Liturgie: Pfr. Martin Hellweg

 

Gottesdienst am 2. Sonntag nach Ostern (Miserikordias Domini)

Christuskirche Weidenau, den 26.04.2020

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An den Orgeln der Ev. Kirche Birkelbach und der Haardter Kirche Siegen-Weidenau: Christine Wahnschaffe
Deko: Beate Greis
Videoschnitt und Tontechnik, Bild- und Textmaterial: Johann Winkemann
Dreh: Martin Hellweg

 

... und zum Nachlesen:
Predigt zu 1. Petrus 2,21-25 von Pfarrerin Karin Antensteiner

 

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben."

(Joh 10,11a.27-28a)

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

 

I.

Liebe Gemeinde!

Gute Hirten sind im Moment gefragt wie nie. Führungspersonen, die dem Volk sagen, wo es lang geht, wie es weitergeht, was man tun soll. Regierungschefs, die wissen, wohin die Reise geht, die Mut machen, Durststrecken auszuhalten, die aber auch bei Zeiten wieder die frischen Weiden und grünen Auen zumindest in Aus-sicht stellen. Als guten Hirten wünschen sich viele Menschen einen starken Mann, einen Macher, einen Entscheider, der nicht lange fackelt, sondern hart durchgreift. Und notfalls mit Stecken und Stab draufhaut, wenn ein Schaf nicht gehorcht.

Ein Hirte dagegen, der selber den Weg nicht genau kennt, der zögert und zaudert, der abwartet und nichts tut, der die Schafe erstmal laufen lässt und dann schaut, was passiert, der wirkt schwach und unfähig. Oder gar ein Hirte, dem das Wohl der Tiere völlig egal ist, weil er sich nur um sich selber kümmert.

Der Hirte und die Herde - dieses Bild für ein Volk und seine Anführer ist schon ziemlich alt. Etwa der Prophet Hesekiel benutzte es schon vor 2500 Jahren. Er warnte vor Hirten, die sich nur selber weiden anstatt ihrer Herde. Die sich selbst bedienen, die zwar Wolle, Fleisch und Fett abgreifen, aber die Tiere nicht beschützen. Die sie einfach davonlaufen lassen.

Hesekiel stellt dem einen guten Hirten entgegen, nämlich Gott selber, der spricht:

Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war. … Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der HERR. Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist.

(Hesekiel 34, 11f.15f)

II.

Liebe Gemeinde!

So soll ein guter Hirte sein. So hat sich auch Jesus dargestellt, als einer, der seine Sache ernst nimmt. Der sich um jeden einzelnen kümmert, der nicht nur seinen Job macht, sondern sich selber hingibt für die Schafe. Einem solchen Hirten können wir uns anvertrauen. Gerade in Notzeiten, in Zeiten der Unsicherheit und Orientie-rungslosigkeit brauchen wir doch jemandem, dem wir vertrauen können.

Unser Predigttext aus dem 1. Petrusbrief stellt ihn uns dar: den guten Hirten Jesus Christus. Ursprünglich geschrieben an Gemeinden in Kleinasien, in Zeiten, als Christen im Römischen Reich angefeindet, geschmäht und verfolgt wurden, will der 1. Petrusbrief Mut machen, will die Christen aufmuntern zu Geduld und zum Ertragen von Not und Ungerechtigkeiten.

Ich lese also aus dem 1. Petrusbrief, Kapitel 2 die Verse 21 bis 25:

Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

III.

Liebe Gemeinde!

Jesus Christus als Vorbild für uns. Vorbildlich ist er in seinem unschuldigen Leiden. Als einer, der nicht auf seinem Recht beharrte, der nicht zurück be-schimpfte oder drohte, als er beleidigt wurde, der nicht zurückschlug, als er geschlagen wurde, der zu keiner Zeit aggressiv wurde, sondern alles geduldig ertrug - damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben.

Wie anders ist doch das Verhalten vieler Zeitgenossen in diesen Tagen. Sicher ist es auf die Dauer nervenaufreibend mit der Familie auf engstem Raum zusammen-gepfercht zu sein. Es ist ungeheuer anstrengend, sich am Bildschirm auf die Arbeit zu konzentrieren und nebenher die kleinen Kinder zu betreuen und den größeren bei den Hausaufgaben zu helfen. Es ist besorgniserregend, wenn die finanziellen Rücklagen schmelzen und man nicht weiß, wann man sein Geschäft, sein Lokal oder seinen Salon wieder öffnen darf und ob die Stammkunden alle wieder-kommen. Es bekümmert auch, wenn man seine alten Eltern nicht besuchen darf, ja nicht einmal weiß, ob das zu ihren Lebzeiten überhaupt noch möglich sein wird. Und es ist traurig, als Pastorin den persönlichen Kontakt zu Gemeindegliedern zu verlieren – ohne Besuche bei den Senioren, ohne Konfirmandenstunden, vor allem ohne Gottesdienste in den Kirchen…

Trotzdem fällt mir bei manchen Menschen, die etwa in Talkshows sitzen, auf, wie sehr sie nur an sich und ihre Einschränkungen denken. Wie sie maulen und meckern, wie sie fordern und auf die Verantwortlichen schimpfen, wie sie sich voller Neid vergleichen mit den vermeintlich Bevorzugten, wie jeder sich selbst für systemrelevanter erklärt als die anderen und Ansprüche stellt…

Oft klingt das ziemlich egoistisch, völlig blind und taub für die Bedürfnisse der Mitmenschen, fixiert auf den eigenen Vorteil.

Diesem Denken und Empfinden stellt der 1. Petrusbrief Jesu Verhalten entgegen:

Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen.

Jesu Fußstapfen sind natürlich riesig und niemand von uns muss das erleiden, was Jesus erlitten hat, sich unschuldig hinrichten lassen. Wohl aber geht es um eine Haltung: nämlich auf den eigenen Vorteil zu verzichten. Gegen unsere natürlichen Reflexe zurück zu schlagen, sich zu wehren gegen ungerechte Behandlung, es dem anderen heimzuzahlen, hat Jesus geboten, nicht auf das eigene Recht zu pochen, Forderungen zurückzustellen, auf Gegengewalt zu verzichten, Rache und Vergel-tung Gottes Urteil zu überlassen. Das ist wohl nicht der Weg zum schnellen Erfolg, aber es ist der Weg Jesu. Und der führt bekanntlich zum Kreuz – aber auch darüber hinaus, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben, wie es im Predigttext heißt. Am Ende steht das Leben.

Das wurde uns auch an diesem Osterfest wieder verkündet.

Der Schreiber des 1. Petrusbriefes kannte die Texte der Propheten, auch das Jesaja-buch, in dem vom leidenden Knecht Gottes erzählt wird, der Sünden und Krank-heit trug für uns. Daran erinnert er, wenn er schreibt:

Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Als „irrende Schafe“ bezeichnet zu werden, das ist nicht gerade schmeichelhaft. Und doch fühlen wir uns in diesen Tagen doch oft genauso: alleingelassen, orientierungslos, ohne jede Sicherheit und ohne Perspektive. Was uns aber helfen kann, so der Briefschreiber, ist die Umkehr zu Jesus Christus. Die Orientierung an ihm und seinem guten Beispiel. Die ermöglicht Gelassenheit und Zuversicht im Vertrauen auf den Gott, der unser Leben will, der uns nicht im Stich lässt, der uns Gerechtigkeit und Frieden schenkt.

 

IV.

Liebe Gemeinde!

Ja, es braucht gute Hirten. Menschen, denen wir vertrauen können, dass sie es gut mit uns meinen. Ein guter Hirte, wie ihn die Bibel versteht, ist erstaunlicherweise nicht der große „Macher“, der lautstarke Alleskönner, der sich selber in den Vor-dergrund stellt. Ein guter Hirte ist vor allem jemand, der sich selbst und den eigenen Vorteil hintanstellt, der eigenes Leiden in Kauf nimmt um der Schafe willen, die ihm anvertraut sind. Wenn ich heute Politiker und Politikerinnen reden höre, dann achte ich genau darauf: Wer will für sich selbst Profit aus der Krise schlagen und wem geht es um das Wohl der Menschen? Wer kann sich wirklich hineinfühlen in die Lage der Menschen? Wer kann zuhören? Wer achtet auf den einzelnen? Wer sorgt dafür, dass keines verloren geht? Wer übt auch selbst Ver-zicht – zum Vorbild für die andern? Ja, welchem Hirten kann ich vertrauen? Und dann ich bin dankbar für alle diejenigen, die Verantwortung tragen in Politik, Wissenschaft, in den Medien und Religionsgemeinschaften, die sich nicht selber weiden, sondern dem Beispiel des guten Hirten folgen. Die nicht selbstsüchtig fordern, sondern geduldig Lasten mittragen. Dazu gehört wohl auch der Verzicht der jüdischen, christlichen und muslimischen Oberhirten in diesem Land auf gottesdienstliche Versammlungen, solange die Sicherheit jedes Schäfchens nicht garantiert ist.

Vor allem aber bin ich unendlich dankbar, dass wir nicht den gewählten oder selbst ernannten Hirten ausgeliefert sind, seien sie gut oder weniger gut, sondern dass wir einen anderen Hirten haben, einen, der gesagt hat:

Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

 

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn und Hirten. Amen.

 

... und zum Mitbeten:
Fürbitten

 

Du guter Hirte, Jesus Christus.
Sind wir wie irrende Schafe?
Wir sehnen uns danach, den Weg zu kennen.
Du weißt ihn. Zeig uns den Weg.
Zeig ihn denen, die uns regieren,

die über uns bestimmen, die unser Wohl wollen.

Du guter Hirte, suchst du uns?

Bringe uns auf den richtigen Weg. Erbarme dich.

Du guter Hirte, Jesus Christus.
Wir sind gefangen in unserer Sorge.
Du siehst die Ängste der Welt.
Schau auf die Menschen,
die keinen Ausweg sehen -
auf der Flucht, in Lagern, im Krieg.
Schau auf die Menschen,
die kein Zuhause haben, wo sie Schutz finden.

Und schau auf die, für die der Schutzraum zur Gefahr wird.

Du guter Hirte, suchst du sie?

Steh ihnen bei und trage sie auf deinen Schultern. Erbarme dich.

Du guter Hirte, Jesus Christus.
Siehst du den Glauben? Siehst du die Hoffnung?
Unsere Nachbarn im Ramadan.
Unsere Geschwister in der Ferne. Unsere Gemeinde, deine Kirche.
Dir vertrauen wir, denn du bist bei uns,
bei dir wird uns nichts mangeln.
Tröstest du uns?

Bleib bei uns und bei denen, die uns am Herzen liegen.

In Gedanken nennen wir die ihre Namen…          

Erbarme dich, heute und alle Tage.

Amen.

Quelle: https://www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php

 

Lesepredigt zum Sonntag nach Ostern (19. April 2020, Quasimodogeniti)

Pfr. Frank Boes

Text: Jesaja 40, 26-31
Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. 27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Liebe Gemeinde,

Die auf den Herrn harren, kriegen neu Kraft …

Was heißt das eigentlich? Harren - ein schönes altes Wort, das nur leider aus der Mode geraten ist. Jungen Menschen muss es heute übersetzt werden.

Gänzlich fremd ist es zwar nicht, aber eher in einem anderen Zusammenhang: Das Wort „ausharren“ wird schon hier und da noch einmal gebraucht. Doch dann ist es eher negativ besetzt. Es ist passiv: die meisten verstehen darunter: einfach warten. Eine ER-wartungshaltung ist da nicht spürbar. Auf jeden Fall hat es etwas mit Geduld zu tun. Und die wird zwar als wichtig empfunden, aber auch als Last. In einer schnelllebigen Zeit, fällt Geduld nicht leicht und Ungeduld wird sogar in manchen Branchen als Stärke gesehen.

Und in unserem Text haben wir es mit eben diesem Phänomen zu tun. Da wird ein ganzes Volk ungeduldig. Wie lange haben sie schon gehofft und gewartet? Wie lange haben sie zu ihrem Gott gerufen und keine wirklich befriedigende Antwort bekommen. Die Folge war eine große Depression, die das Volk Israel in Babylon erlebte. Die Heimat und den Tempel ihres Gottes wieder zu sehen, war in weite Ferne gerückt.

Und da tritt ein Prophet auf und spricht große Trostworte: (Jesaja 40, 1f: Tröstet, tröstet mein Volk. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass die Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist.)
Ja sie haben, weil es keine andere Erklärung für sie gab, ihr Exil als Strafe Gottes gesehen.

Aber allen besserwisserischen Zweiflern an Gottes Gegenwart und Macht, liest er genauso die Leviten. Warum geht ihr mit Gott ins Gericht? Habt ihr kein Vertrauen? Wenn ihr es hättet, würdet ihr die Kraft spüren, die euch trägt und Mut gibt.

Spätestens jetzt müsste jedem die Aktualität dieser Worte Jesajas bewusst werden. Auch wenn unsere Lebenssituation mit der damaligen des Volkes Israels nicht zu vergleichen ist: die Parallelen sind nicht zu übersehen.

Ich habe schon einige getroffen, die offen von der Strafe Gottes reden, wenn es um den Coronavirus geht. Da ist die göttliche Vergebung kein Thema mehr, sondern nur noch das Gericht.

Oder die Ungeduld. Nach 4 Wochen sehnen sich alle nach Normalität, nach Lockerung. Da wird ein Wunschgedanke zum Hoffnungszeichen. Die Vernunft sagt jedem von uns etwas Anderes. Wenn wir zu früh wieder lockern, werden viele mit ihrem Leben bezahlen, weil wir vielleicht die Versorgung der Erkrankten nicht mehr ausreichend gewährleisten können.

Ja wir sind jetzt schon müde und matt. Und da fällt auch das „Harren“ nicht leicht.

Und der gesunde Menschenverstand sagt uns ja auch etwas anderes. Abwarten, dass Gott jetzt mal hilft, reicht wohl nicht. Nicht Gott, sondern die Virologen haben unsere Aufmerksamkeit.

Viele sind noch nicht betroffen, haben aber ein mulmiges Gefühl. Ein Feind, den man nicht bekämpfen kann, macht Angst. Da ist die Ungewissheit oft schlimmer als die konkrete Diagnose. Dazu die Sorge, dass ich Anderen mit meinem Fehlverhalten vielleicht großen Schaden zufügen könnte.

Einfach nur Warten ist da nicht angesagt.

Mit dem Wort „Harren“ ist aber noch etwas anderes gemeint ist.

Harren ist im Sinne des Glaubens etwas ganz Starkes. Wer harrt ist sehr aktiv, geleitet von einem Bewusstsein, dass es immer ein Ziel gibt.

Harren heißt immer das Gespräch mit Gott suchen, auch wenn ich ständig keine Antwort erhalte. Harren heißt sich nämlich sicher zu sein, dass Gott eines Tages antworten wird.

Im Text heißt es, „sie bekommen neue Kraft“, gewissermaßen als Belohnung. Ich glaube aber , sie bekommen diese Kraft schon während des Harrens.

Ein Beispiel:

Ein Mensch ist schwermütig, hat keine Freude mehr am Leben. Dann fängt er an zu einem Menschen davon zu erzählen. Es geht ihm komischerweise besser. Und das obwohl sich nichts an den Rahmenbedingungen geändert hat. Nur die Tatsache, dass er darüber gesprochen hat, hat ihm Erleichterung verschafft.

So in etwa geht es auch dem glaubenden Menschen. Das Hier und Jetzt ist unverändert, mit all den Schwierigkeiten. Doch mit Gott darüber im Gespräch zu bleiben, verändert das Hier und Jetzt. Es ist die Perspektive, die sich ändert.

Denken wir doch einfach einmal an Ostern. Wir wissen an Karfreitag, was kommt: Ostern, die Auferstehung.  Das hilft uns bei allem Mitleiden für Jesus und wenn wir an seinen schlimmen Tod denken. Wir wissen, dass es etwas danach gibt.

Darum sollten wir auch in diesen Zeiten nicht mutlos werden. Es gibt ein Danach – auch bei Corona. Darum sollten wir uns nicht lähmen lassen und was kommt annehmen.

Und das ist gar nicht selten sehr Mut machend:

Die wachsende Hilfsbereitschaft unter den Menschen, das Aufatmen der Natur, die Entdeckung der wohltuenden Langsamkeit. Wir können diese Zeit auch Nutzen, Kraft aus dem Glauben zu gewinnen und zu entdecken, was wirklich wichtig ist im Leben.

Haben Sie in diesem Sinne eine gute Zeit. Amen

 

Osterpredigt to go ...

... auch als Osterüberraschung zum Mitnehmen an der Christuskirche!

 

Christ lag in Todesbanden - Die Osterbotschaft 2020 als Video-Clip

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Tischabendmahl am Gründonnerstag zum Anhören und Mitfeiern

Foto: Jonathan Antensteiner

Vorbereitung (vgl. https://hausabendmahl.jimdofree.com/ablauf)

Richten Sie kleine Brotwürfel in einem Brotkorb vor, gießen Sie Wein (rot oder weiß) oder Traubensaft in ein Weinglas oder einen großen Becher und zünden Sie die Kerze/n an. Jede und jeder hat ein eigenes Glas. Dem Anlass unpassend wäre es, sich zuzuprosten oder anzustoßen.

Alle Teilnehmer*innen versammeln sich um den geschmückten Tisch des Abendmahles.

Hier geht's zur Audio-Datei ...
und hier zu den Liedtexten
... und nochmal zum Nachlesen!

Foto: Beate Greis

Dank an Beate Greis, Johannes Müller, Dr. Mathias Scheer und Jonathan Antensteiner!

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   





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